30.06.2010 21:49 Alter: 66 days
Einmal im Leben als Titelverteidiger die Nr. 1 tragen
Norbert Huber verteidigt Titel des BarockMan in Moritzburg

Moritzburg. (cis) Vom leistungsorientierten Ausdauersport hatte sich Norbert Huber vom CIS Amberg vergangenen Oktober nach 15 Jahren und dem „Finish“ seines 20. Ironman Triathlons verabschiedet. Trotzdem für den inzwischen 38jährigen Kümmersbrucker noch ein paar Träume offen.
„Einmal im Leben wollte ich als Titelverteidiger die Start-Nr. 1 tragen und nach acht Mal Powerman Duathlon Zofingen Finisher würde ich dort gerne die Zehn voll machen“ Die Zeit sollte dabei bei beiden Projekten nicht mehr im Vordergrund stehen. Den ersten Traum konnte sich Huber vergangenen Samstag beim 9. Schloss-Triathlon in Moritzburg bei Dresden erfüllen. Zwar war der Sieg im vergangenen Jahr schon der dritte Erfolg auf der Triathlon Langstrecke über 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem Marathonlauf, jedoch hatte der Veranstalter des Bodensee Triathlons nach seinem Sieg im Jahr 2005 ein anderes Start-Nr.-System und der Vienna City Triathlon fand nach seinem Sieg im Jahr 2008 nicht mehr statt.
Bedingt durch einen Arbeitgeberwechsel im April diesen Jahres pendelt Huber nach Nürnberg. Dabei verliert er täglich insgesamt rund zweieinhalb Stunden. „Dies ist ein weiterer Aspekt, warum ich den Sport nicht mehr so eng sehe“ so Huber. So waren im Schnitt keine zehn Trainingsstunden pro Woche im Vorfeld der Vorbereitungen möglich – nicht gerade ideal für eine Langstrecke. „Ich wusste nicht was mich an diesem Tag erwarten würde – ich konnte nicht einschätzen wie mein Körper auf die Belastungen reagieren würde.“ Huber zählte damit ich nicht zum engeren Favoritenkreis des Tages.
Um 7 Uhr morgens starteten 97 Athleten im durch die Hitze der letzten Tage auf 23,5 Grad stark erwärmten Schlossteich auf ihre Reise. So war der Neoprenanzug gerade noch erlaubt. Glück für Huber, denn mit meist nur einem Schwimmtraining pro Woche wären für ihn als ohnehin schlechten Schwimmer die 3,8 Kilometer ohne seine schwarze „Schwimmhilfe“ definitiv zur Tortur geworden. Da er auch vollkommen entspannt das Rennen anging war die Zeit von 59:56 Minuten für ihn eine ziemliche Überraschung, denn unter einer Stunde war er seit 2007 nicht mehr geblieben. Auf dem 7. Platz liegend wechselte er. Da die Abstände aber sehr gering waren, stieg er schon auf dem 4. Platz liegend auf das Rad.
Nun galt es auf einer schnellen Strecke über 6 Runden mit nur knapp 1200 Höhenmetern Boden gut zu machen. Wie schon 2009 realisierte Huber weder die Überholten in der Wechselzone noch war ein Überblick durch die vielen Überrundungen möglich. So blieb es Huber bis fünf Kilometer vor dem 2. Wechsel wieder verborgen, dass er inzwischen das Rennen anführte. Auf dem Rad hatte er mit wenigen Problemen zu kämpfen und da auch der Wind wesentlich ruhiger war als im Vorjahr verbesserte er seinen eigenen Streckenrekord aus 2009 um knapp zwei Minuten auf 4:45:15 Stunden.
Beim zweiten Wechsel in die Laufschuhe betrug der Vorsprung rund fünf Minuten auf Ralf Linke, der auch schon 2009 den zweiten Platz belegte. Für Huber begann nun ein Spießrutenlauf, denn er wusste dass sowohl Kraft als auch Kondition spätestens jetzt irgendwann dem Ende nähern sollten. Da er ständig mit Abständen zu den Verfolgern informiert wurde, konnte er das Rennen kontrollieren. „Nach dem Halbmarathon hat es mir den Stecker gezogen – wer mich auf den letzten beiden von 6 Runden gesehen hat, der weiß ich ich gelitten habe.“ Doch die Verfolger brachen gleichzeitig ebenso oder sogar noch mehr ein.
Nach einem Marathon von 3:18:29 Stunden erreichte Huber mit einer Gesamtzeit von 9:07:35 Stunden erneut als Erster das Ziel des Schloss-Triathlons in Moritzburg. Die Zeit war zwar zwölf Minuten langsamer als im Vorjahr, jedoch hatte Norbert Huber aufgrund der Vorbereitung im Vorfeld eine solche Leistung niemals für möglich gehalten.